Elektrikergehälter steigen 2026 nur um 2,5 % an
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Der Fachkräftemangel im Handwerk hält an, doch bei den Elektronikergehältern zeigt sich 2026 inflationsbereinigt kaum Bewegung. Das sieht man in den aktuellen Gehaltszahlen der Branche. PowerUs Plattformdaten, basierend auf über 200.000 Fachkräften und Tausenden Stellenanzeigen, zeigen: Die Gehälter für Elektroniker steigen 2026 nur um 2,5 Prozent an.
Wenn man dieses Plus gegen die Inflation hält, wird klar, warum das ein Warnsignal ist. Die durchschnittliche Inflationsrate lag 2025 in Deutschland bei rund 2,2 Prozent. Damit bleibt von 2,5 Prozent Gehaltswachstum real fast nichts übrig. Und genau das macht die Entwicklung so spannend: Warum bleibt das Gehalt ausgerechnet jetzt so stabil, obwohl Elektroniker eigentlich überall gesucht werden? Und was heißt das für Arbeitnehmer und Arbeitgeber?
2026 liegt das durchschnittliche Bruttomonatsgehalt für Elektroniker bei 3.972 Euro. Das klingt zunächst positiv. Doch worauf ist diese Stagnation zurückzuführen? In diesem Artikel schauen wir uns an, welche Ursachen dahinterstecken und welche Signale das für 2026 sendet.
Ø Bruttomonatsgehalt Elektroniker 2026
3.972 €
+2,5 % gegenüber 2025 · real: +0,3 % nach Inflation
Was sagen die Gehaltsdaten?
Auch wenn das Gesamtwachstum 2026 eher verhalten ausfällt, zeigt der Datensatz trotzdem einen positiven Trend. Der Anstieg kommt nicht daher, dass ein paar Ausreißer den Schnitt verzerren. Im Gegenteil: Die Gehälter steigen insgesamt an, und zwar sowohl am unteren Ende als auch im oberen Bereich.
Besonders deutlich wird das bei den Gehaltsspannen in den Stellenanzeigen. Das durchschnittlich angegebene Mindestgehalt steigt von 1.845 Euro auf 2.268 Euro, also um 423 Euro. Gleichzeitig legt auch das durchschnittlich angegebene Maximalgehalt zu, von 4.395 Euro auf 4.573 Euro, ein Plus von 178 Euro.
Heißt konkret: Vor allem die typischen Einstiegs- und Mindestgehälter ziehen stark an. Das Mindestgehalt, das Unternehmen in ihren Anzeigen angeben, steigt im Schnitt um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dadurch verschiebt sich auch der Mittelwert nach oben, selbst wenn der Durchschnitt insgesamt nur moderat wächst.
Ein weiteres Signal aus unseren Daten: 2026 sind die ausgeschriebenen Rollen insgesamt wettbewerbsfähiger vergütet. In unserem Gehaltswettbewerbsindex liegen die Angebote um 7 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Auch der Gehalts-Score, eine Metrik, die höhere Gehaltsangebote über dem jeweiligen Marktniveau belohnt, verbessert sich von 0,66 auf 0,71.
| Kennzahl | 2025 | 2026 | Veränderung |
|---|
| Ø Mindestgehalt (Stellenanzeigen) | 1.845 € | 2.268 € | +23 % |
| Ø Maximalgehalt (Stellenanzeigen) | 4.395 € | 4.573 € | +4 % |
| Ø Bruttomonatsgehalt | 3.875 € | 3.972 € | +2,5 % |
Quelle: PowerUs-Plattformdaten 2025–2026 · Basis: über 200.000 Fachkräfte
Beeinflussende Faktoren
Fachkräftemangel bleibt, aber Auftragslage dämpft den Lohndruck
Der Fachkräftemangel bleibt bestehen, gleichzeitig entwickelte sich die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe 2025 weniger dynamisch als in den Jahren zuvor. Gehen weniger Projekte ein oder werden Investitionsentscheidungen verschoben, nimmt der unmittelbare Einstellungsdruck ab. Diese Entwicklung zeigt sich auch in den Stellenanzeigen: Unternehmen agieren vorsichtiger, halten Gehaltsbänder stabil und zeigen sich bei Neueinstellungen zurückhaltend, obwohl der Fachkräfteengpass langfristig weiter besteht. Entsprechend fällt das Gehaltswachstum 2026 insgesamt moderat aus.
Abkühlung bei erneuerbaren Energien belastet das Elektrohandwerk, insbesondere im Solar- und Speichersegment
Ein zentraler Grund für weniger Tempo im Markt ist die Abkühlung in Teilen der erneuerbaren Energien. Der Branchenverband ZVEH berichtet, dass Elektrohandwerksbetriebe im letzten Jahr rund 27 Prozent weniger Photovoltaikanlagen installiert haben, auch Speicher und Ladestationen gingen deutlich zurück. Parallel meldet der Bundesverband Solarwirtschaft einen Rückgang von rund 28 Prozent im Eigenheimsegment. Diese Segmente hatten in den vergangenen Jahren erheblich zum Wachstum des Elektrohandwerks beigetragen. Die aktuell geringere Nachfrage wirkt sich entsprechend auf die Einstellungsbereitschaft der Betriebe aus und dämpft den Gehaltsdruck.
Branchenmindestentgelt steigt an
Im Elektrohandwerk gibt es ein branchenspezifisches Mindestentgelt. Wenn diese Untergrenze steigt, betrifft das vor allem die Einstiegsgehälter und genau dort sehen wir dieses Jahr auch den größten Sprung. Zum 1. Januar 2026 steigt das Mindestentgelt von 14,41 Euro auf 14,93 Euro pro Stunde, also um 0,52 Euro pro Stunde. Wer vorher knapp darüber lag, muss nachziehen. Unternehmen legen bei Neueinstellungen häufig noch etwas drauf, damit ihr Angebot im Vergleich nicht schlecht aussieht.
Branchenmindestentgelt ab 1. Januar 2026
14,93 € / Stunde
Vorher: 14,41 €/Stunde · Erhöhung: +0,52 € (+3,6 %)
Was bedeutet das für die Branche?
Die Auswertung ergibt ein uneinheitliches Bild. Während Unternehmen ihre Stellenanzeigen insbesondere im unteren Gehaltssegment aufwerten und Einstiegsgehälter anheben, bleibt das durchschnittliche Gehaltswachstum insgesamt so gering, dass real kaum Kaufkraftzuwächse entstehen. Kurzfristig spiegelt dies die aktuelle Unsicherheit im Markt wider, langfristig deutet es jedoch auf Handlungsbedarf hin.
Denn selbst bei aktuell geringerer Projektdynamik, wird die Arbeit im Elektrohandwerk auf Jahre hinaus gebraucht. Netzausbau, Gebäudesanierung, Ladeinfrastruktur und Energiewende verschwinden nicht, sie verschieben sich höchstens. Wenn Gehälter real stagnieren, wird der Beruf aber nicht attraktiver, weder für Nachwuchs noch für Quereinsteiger. Gerade deshalb ist faire, planbare Bezahlung ein Hebel für Zukunftssicherheit: Wer heute in Ausbildung, Entwicklung und Bindung investiert, kommt langfristig besser durch den Fachkräftemangel.
Für Arbeitnehmer
Der Arbeitsmarkt zeigt sich nicht überall gleich dynamisch, dennoch bleibt die Position erfahrener Fachkräfte vergleichsweise solide. Zusätzliche Qualifikationen und Flexibilität stärken die individuelle Verhandlungsposition, insbesondere vor dem Hintergrund steigender Mindestgehälter.
Für Arbeitgeber
Wer jetzt nur auf Kostendruck setzt, spart am falschen Ende. Zieht die Auftragslage wieder an, wird der Fachkräfteengpass schnell erneut sichtbar und die Personalgewinnung wird aufwendiger. Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, frühzeitig auf ein planbares Gesamtpaket zu setzen, das neben einer wettbewerbsfähigen Vergütung auch Entwicklungsperspektiven, Weiterbildung und verlässliche Einsatzplanung umfasst.
Weitere Orientierung zu Gehältern nach Erfahrung, Region und Spezialisierung liefert der PowerUs Gehaltscheck für Elektroniker.
Die Gehaltsangaben auf PowerUs basieren ausschließlich auf eigenen Plattformdaten aus drei Quellen: den Profilen von über 200.000 registrierten Fachkräften mit abgeschlossener Berufsausbildung, den ausgeschriebenen Gehaltsangaben aus über 30.000 Stellenanzeigen seit 2021 sowie den tatsächlich vereinbarten Vertragsgehältern von Tausenden Fachkräften, die über PowerUs einen neuen Job gefunden haben. Im Gegensatz zu Gehaltsrechnern, die auf Nutzereingaben oder externen Quellen basieren, stammen alle Daten direkt aus unserer Plattform. Diese drei Quellen führen wir zusammen, um realistische Einblicke nach Region, Rolle und Erfahrungslevel zu geben.